Posts mit dem Label zum Wochenende werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label zum Wochenende werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 25. August 2018

Kopftücher verbieten, Bärte aber nicht?

Nachdem nun "Terre de Femmes" behauptet, das Kopftuch habe nichts mit Religion zu tun - ich frage mich, warum "Terre de Femmes" das plötzlich zu bestimmen hat -, werden wieder die Rufe nach einem Kopftuchverbot laut. Es habe nichts mit Religion zu tun, sei nur das Zeichen einer Frauen unterdrückenden Kultur, heißt es oft. Dem will ich grundsätzlich nicht widersprechen, nur kann man eben nicht alles über einen Leisten schlagen. Junge Muslima, die studiert haben und mit Examen ins Berufsleben möchten und dabei Kopftücher tragen, sind sicher nicht so stark unterdrückt, wie manche es behaupten. Die Frauen, die wirklich unterdrückt werden - die gibt es, das bestreite ich gar nicht -, würden mit einem Kopftuchverbot einfach nicht mehr die heimische Wohnung verlassen dürfen. Ein großer "Fortschritt" also.

Was mich aber nun noch viel mehr beschäftigt: Selbst wenn ich das Kopftuch von der Religion löse und es nur als Zeichen einer die Frauen unterdrückenden Kultur sehe, dann wäre es doch Vollbart bei den männlichen "Hardlinern" das Gegenstück dazu. Ein Zeichen für eine Frauen unterdrückende Kultur. Warum verlangt jetzt niemand, diesen Bart zu verbieten? Warum will man nur wieder über die Frauen fremdbestimmen? Selbst "Terre de Femmes"?


__________________________________
CC-BY-ND Marc Stephan 2018

Freitag, 4. Mai 2018

Zigeunerschnitzel, darf man das sagen?


Zigeunerschnitzel für den Berliner

»Darf man noch Zigeunerschnitzel sagen?« fragte man sich neulich im - erneut - im deutschen Fernsehen. Ob man es sagt oder nicht, ist allerdings nicht das Problem. Das Problem ist, was man sich dabei denkt. Niemand würde sich überlegen, zu einem Krapfen nicht mehr »Berliner« zu sagen oder zu den Würstchen nicht mehr »Frankfurter« oder »Wiener«. Selbst »Pariser« finden wenige sprachlich anstößig, auch wenn er nicht zum Essen gedacht ist.

Warum also ist das »Zigeunerschnitzel« diskriminierend, der »Berliner« aber nicht. An der Speise an sich kann es nicht liegen, ist beides lecker. Diskriminierend werden erst die Gedanken, die wir mit »Zigeuner« oder »Berliner« verbinden. Berliner sehen wir als positiv, schlimmstenfalls neutral, Zigeuner haben aber etwas Negatives. Zum einen wird sich diese negative Assoziation nicht ändern, wenn wir uns einfach das Wort »Zigeunerschnitzel« nicht mehr aussprechen, zum anderen stellt sich die Frage, ob das Wort »Zigeuner« damit nicht erst recht einen negativen Stempel erhält. Ich weiß, Zigeuner an sich gibt es nicht, es gibt Sinti und Roma. Trotzdem werden beide umgangssprachlich noch immer als »Zigeuner« zusammengefasst.


Sicherlich ist es einfacher, ein Problem einfach nicht mehr anzusprechen, nie mehr »Zigeunerschnitzel« sagen zu dürfen, als sich tatsächlich um das Problem, die negative Assoziation in den Köpfen der Menschen zu kümmern. Wir lieben eben den einfachen Weg. Bei »Negerküssen« wird das natürlich noch schwerer, deshalb darf man es ja schon lange nicht mehr sagen.



__________________________________
CC-BY-ND Marc Stephan 2018

Sonntag, 22. April 2018

Fleischabfall in prämierter Wurst - Katastrophe!


Wer bringt den Fleischabfall runter?

Fleischabfall. Abfall klingt nicht gut, möchte keiner auf dem Tisch oder auf dem Brot haben. Fleischabfall kommt in die Billigwurst, Fleischabfall in Dönerfleisch sorgte schon vor Jahren für Aufregung. Dort wurde dann der Abfall schnell zu »Gammelfleisch«, obwohl schon damals Lebensmittelchemiker sagten, dass dieses Fleisch zwar nicht appetitlich, aber auch nicht gesundheitsschädlich war. Dabei erinnere ich mich an die Erzählungen meiner Eltern und der Generation davor, die von Schabefleisch berichteten und davon, dass jedes Fitzelchen Fleisch verwertet werden musste, weil es so kostbar war.

Vielleicht ist es auch einfach eine Definitionssache. Das nun - wieder einmal - in die Schlagzeilen gekommene Seperatorenfleisch, ist eigentlich nur das Schabefleisch von früher, das Fleisch direkt an den Knochen, die Reste. Zu Großvaters Zeiten mit dem Messer abgeschabt, heute maschinell durch Seperatoren vom Knochen gelöst, bleibt es dasselbe Fleisch.


Höre ich dann dieselben Medien davon berichten, dass der steigende Fleischkonsum nicht nur uns krank macht, sondern auch die Natur, dann frage ich mich, wieso man nicht, wie früher, jeden Fitzel Fleisch nutzen sollte. Nur weil es nicht mehr appetitlich aussieht, muss man das Fleisch nicht wegwerfen, wenn es noch genießbar ist. Das unappetitliche Aussehen verliert es im Wurstbrät oder als Hackfleisch. Wo also ist das Problem? Wahrscheinlich sind die später beigefügten Zusatzstoffe wesentlich schädlicher als das Schabefleisch.


Solange wir - zu Recht - den steigenden Fleischkonsum bremsen wollen, können wir es uns erst recht nicht leisten, vorhandenes, genießbares Fleisch wegzuwerfen. Das ist verlogen und heuchlerisch. Vor allem, wenn man gerne die Billigwurst in den Einkaufskorb legt.


___________
CC-BY-ND Marc Stephan 2018

Mittwoch, 28. Februar 2018

Die Essener Tafel und die Eintracht Frankfurt

Sind alle (Vereine) gleich?


Um eines vorwegzunehmen: Ich bin kein Freund der AfD, ganz im Gegenteil, doch bin ich immer für Gleichberechtigung. In unserem Land greift es aber langsam um sich, dass man den Wald vor Bäumen nicht mehr sieht oder auch nicht mehr sehen will.

Im Sinne der Gleichberechtigung frage ich mich nun, was ist der Unterschied zwischen zwei eingetragenen Vereinen? Wenn die Eintracht Frankfurt AfD-Wählern die Mitgliedschaft verwehrt, finden das viele richtig. Ich finde die Entscheidung zum einen richtig, zum anderen denke ich, dass ein Verein selbst entscheiden kann, wen er als Mitglied aufnimmt und wen nicht. Es besteht kein Recht auf Mitgliedschaft.

Wenn sich jetzt dieselben Leute, welche die Entscheidung der Eintracht Frankfurt bejubelt haben, darüber aufregen, dass die Essener Tafel keine Migranten mehr als Kunden aufnimmt, dann können mir eben diese Menschen vielleicht den Unterschied erklären, warum der eine Verein das darf und der andere nicht. Auch die Essener Tafel ist ein Verein und soweit ich weiß, hat niemand das Recht, dort Lebensmittel zu bekommen. In Ordnung finde ich diese Vorgehensweise ebenfalls nicht, das steht aber nicht zur Debatte. Mir geht es einzig darum, dass Gleichheit eben auch Gleichheit bleiben muss, selbst wenn es einem vielleicht nicht passt. Auch und gerade die Verfechter dieser Gleichheit sollten das sehr ernst nehmen!

Noch ein kleiner Nachsatz: Dass es nun ausgerechnet Politiker sind, die sich darüber aufregen, wie ein Verein seine ehrenamtlichen Tätigkeiten ausübt und mit dieser doch nur die Suppe auslöffelt, die uns die Politiker überhaupt erst eingebrockt haben, ist unsäglich!

Samstag, 26. August 2017

Freier Kindergarten auch für Besserverdiener

Keine Kindergartengebühren mehr, das ist gut! Für alle? Nicht unbedingt., denn es kommt darauf an wer am Ende die Rechnung zahlt. Gut- und Besserverdiener kommen hier in den Genuss eines "Geschenkes", dass alle finanzieren. Das sind auch und vor allem wieder die kleinen und mittleren Gehälter, die in der Hauptsache von der Gebührenbefreiung profitieren sollten. Denn irgendwie muss das Geld ja wieder reinkommen, auch das, das denen geschenkt wird, die es bei weitem nicht nötig hätten. Ein Geschenk an die Besserverdiener, das wieder von den "Kleinen" finanziert wird. Gemeinschaft heißt eigentlich, dass die Starken die Schwachen unterstützen, nicht umgekehrt.
 
Nicht, dass ich etwas gegen Gleichbehandlung hätte. Nur sollte man dann auch die Einnahmenseite nicht vergessen und dort vielleicht an solchen Sachen sägen wie der Beitragsbemessungsgrenze. Ach so, is' ja Wahl …

Samstag, 13. August 2016

zusammenfassend

Nachdem ich mich nun durch verschiedene Mediatheken geklickt habe und verschiedene Dokumentationen gesehen habe, fasse ich mal zusammen und stelle mir diese Frage:

 

Freitag, 12. August 2016

kleine Übung

Die Sache mit den Schulterporträts wollte ich noch einmal üben. Mary O'Donoghue hat sich wieder als Model zur Verfügung gestellt. Ging auch recht schnell, das Shooting. ;) Danke.

 

Samstag, 23. Juli 2016

22.07.2016 - Anschlag in München

unsere Terrorangst oder warum Science-Fiction-Serien manchmal ganz hilfreich sein können.

Sie unterwandern unerkannt unsere Zivilisation, bedrohen aus hohen Positionen heraus unsere freiheitliche Grundordnung, unsere Demokratie, bereiten so die Eroberung vor. So ähnliche drohten uns, der Menschheit, die "Formwandler" in einigen Folgen der SiFi-Serie "Star Trek DS 9". Formwandler konnten, wie es der Name sagt, jede beliebige Form annehmen, auf Wunsch aussehen wie mächtige Politiker und diese ersetzen. Die Reaktion der "Föderation der Planeten" auf diese Bedrohung war ein grenzenlose Kontrolle, unendliches Misstrauen, die Einschränkung der Freiheit, fast deren Auflösung. Selbst als ein Offizier mahnte: "Wir dürfen unsere Freiheit nicht so stark einschränken, dass es nicht mehr lohnt sie zu verteidigen!", gab es keine Änderung im Vorgehen der Staatsorgane, die unterstützt wurden von einer verängstigten Bevölkerung. Letztlich, nach Beendigung des Konfliktes, gaben die "Formwandler" zu, dass zu jeder Zeit maximal drei Formwandler zur selben Zeit auf der Erde waren. Trotzdem reichte allein die Angst vor ihnen aus, die Freiheit und Demokratie gänzlich aufzulösen und die Erde in einen Polizeistaat zu verwandeln.

Schaue ich mir jetzt die voreilige Berichterstattung zum Anschlag gestern in München an und denke an den allgemeinen Umgang von Medien und Politik mit der bestehenden Terrorgefahr, muss ich unwillkürlich an diese Folgen aus der Serie "Star Trek DS 9" denken. Warum nur?

Freitag, 10. Juni 2016

Neulich im Wald

Neulich im Wald war ich doch kurz abgelenkt ... ;)
Ok, das neulich war schon im letzten Jahr und ich habe das Foto noch einmal ausgegraben, weil ich eine neue Bearbeitungsweise in der DOCMA gefunden habe. Passt diesmal wirklich besser und den Untertitel habe ich auch weggelassen.

 

Samstag, 27. Juni 2015

Eine aussterbende Klasse - ich?

Die Dinos waren eine aussterbende Rasse, man spricht von ihnen heute voller Ehrfurcht. Ist es dann schön, zu einer aussterbenden Klasse zu gehören? Das fragte ich mich, als ich gestern wieder einen Bericht las zum Thema »Kindermangel in Deutschland«. Als Grund wurde wieder einmal angeführt, dass Frauen Karriere und Familie nur schwer vereinen können. Ich würde statt »Frauen« das Wort »Eltern« setzen, das bringt uns der Gleichberechtigung der Geschlechter ein bisschen näher. Doch tatsächlich sind heute hauptsächlich Frauen davon betroffen. Zudem wissen wir alle, dass wir weit davon entfernt sind, dass nur Leistung und Qualifikation über eine Einstellung oder Beförderung entscheiden und dass es selbstverständlich gleiches Geld für gleiche Arbeit gibt.
 
Trotzdem erscheint mir dieses Problem nicht als das größte in diesem Zusammenhang. Eher wie das »angenehmste« und »bequemste« für die Politik. Sicher ist es richtig, für die Gleichberechtigung der Geschlechter zu stehen, darin aber den Hauptgrund für den »Kindermangel« (schreckliches Wort, als wären Kinder eine Ware) zu sehen, halte ich für falsch, für zu leicht. Der Weg des geringsten Widerstands, weil bei dem Thema »Gleichberechtigung« alle mitmachen. Bei dem viel schwerwiegenderen Problem macht aber vor allem die Wirtschaft und deren Bosse nicht mit.
 
Nach Gesprächen mit »einfachen Leuten«, die sicherlich nicht in die »Karriere«-Auffassung vieler Politiker passen, sehe ich ein ganz anderes Problem: Junge Menschen, die entweder überhaupt keinen Job finden oder auf sechs Monate oder weniger befristete Arbeitsverträge bekommen oder auf unbestimmte Zeit in die Zeitarbeit rutschen, können doch nicht ernsthaft über Kinder und Familie nachdenken. Ohne Sicherheit, ohne Fundament kann ich nichts bauen, weder eine Familie noch ein Haus. Für beides reicht heute das Gehalt eines Elternteils meist nicht mehr aus, beide müssten einen einigermaßen gesicherten und vernünftig bezahlten Job haben. Dann kann man sich auch um Familie kümmern.
 
Aber von diesen »einfachen Menschen« spricht irgendwie keiner in der Politik. Die gutausgebildeten, studierten Menschen, die Karriere machen, die sollen durch Vereinbarkeit von Beruf und Familie den »Kindermangel« beheben. Es wird so von den »einfachen Menschen« bald keiner mehr übrig sein, mangels Fortpflanzung. Gehöre ich dann wirklich zu einer aussterbenden Klasse und darf ich darauf stolz sein?
 
CC-BY-ND Marc Stephan, Echzell

Montag, 18. Mai 2015

Der Mindestlohn ist schuld?

Überall lese ich Überschriften wie: Mindestlohn macht den Produzenten der Spreewald-Gurken zu schaffen, den Zeitungsverlagen (wegen der Austräger), dieser und jener kämpft mit der Existenz und schuld ist immer der Mindestlohn. Aber ist er es wirklich? Der Mindestlohn zeigt doch eigentlich nur, wo ein großes Problem liegt. Wenn der Mindestlohn so vielen Unternehmen Probleme macht, liegt das doch eher daran, dass wir als Gesellschaft uns daran gewöhnt ...haben, »billig, billig« einzukaufen und deshalb reicht es nicht mehr für alle. Bei »für alle« fällt mir dagegen wieder ein, nicht jeder kann es sich leisten, für alle Produkte das Doppelte oder nur die Hälfte mehr zu zahlen. Da fragt man sich dann schon, wo ist eigentlich das ganze Geld hin? Wer von »uns allen« hat das denn? Liegt nicht da das Problem und nicht im Mindestlohn?
 
CC-BY-ND Marc Stephan, Echzell
 

‪
 
 

 

Freitag, 27. März 2015

Wir mögen die Falschmeldungen


Gerade erfuhr ich, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender eine gesonderte Rubrik eingerichtet hat, um erfolgte Falschmeldungen zum Flugzeugabsturz der Germanwings 4U9525 wieder geradezurücken. Das will man uns als Fortschritt und als etwas Ehrenhaftes verkaufen. Weil man zugibt: »Ja, wir haben Murks berichtet«, muss man heute schon stolz sein? Sicherlich, andere Medien gehen einfach darüber hinweg und scheinen bezüglich eigener Falschmeldungen an Demenz zu leiden. Doch ist das Zugeben von Murks-Berichten nicht das Problem, die Murks-Berichte selbst sind es.
Muss man tagelang seine Berichterstattung füllen mit: »ich meine, denke, vermute« oder schlimmer mit: »ein anderer meint, denkt, vermutet, ich gebe es nur weiter«? Kann man ich einfach warten, bis geprüfte Fakten zur Verfügung stehen? »Warten« ist in der Medienlandschaft heute ein böses Wort geworden. Und daran sind vor allem wir schuld, wir als Gesellschaft, als Konsumenten von Nachrichten.
Deshalb dürfen wir uns schon fragen, was es uns bringt, tagelang mit Vermutungen bombardiert zu werden, uns tagelang neu mit dem Thema zu beschäftigen, oft gefüttert mit falschen Informationen und vorschnellen Theorien? Genügt es nicht, es einmal zu erfahren, mit geprüften Fakten und es dann in Ruhe verarbeiten zu können? Dafür müssten wir vielleicht ein paar Tage warten. Wäre das schlimm? Nein, denn die Hinterbliebenen sollten nicht auf die Informationen aus den Medien angewiesen sein, sie sollten gesondert und besonders verantwortungsvoll unterrichtet werden. Und wir? Wir einfaches Volk? Macht es auch nur den kleinsten Unterschied, ob wir die Hintergründe heute oder in drei Tagen erfahren? Nein. Völlig egal!
Aber wie sollen Experten vernünftig eine Untersuchung leiten, wenn ständig die Öffentlichkeit an ihren Ärmeln zerrt? Müssen wir wissen, wie der Co-Pilot hieß, wenn es noch gar nicht feststeht, ob er 150 Menschen absichtlich mit in den Tod gerissen hat? Besser noch: Müssen wir den Namen wissen, WENN es feststeht? Nein. Diese Tat zieht eine persönliche Schuld nach sich. Der Schuldige wäre in diesem Fall schon tot, seine Hinterbliebenen dagegen trifft keine Schuld. Sie sind einfach Menschen, die einen Angehörigen verloren und die allein damit bereits zu kämpfen haben. Die Belastung eines persönlichen moralischen Schuldempfindens ganz außer Acht gelassen.
Also wenn wir die Medien dazu drängen, uns so schnell Informationen zu liefern, dass eine Überprüfung der Angaben gar nicht möglich ist, brauchen wir dann noch eine Rubrik, in der die Falschmeldungen aufgelistet werden? Wollen wir das überhaupt wissen? Wir hatten doch unseren »Kick« schon. Wen interessiert, was danach kommt?

CC-BY-ND Marc Stephan, Echzell

Dienstag, 17. September 2013

... nach dem Werbefuzzy

So, wo finde ich den Werbesprecher aus dem Radio, der gerade sagte: "Tanken Sie noch heute S.... Power-V Diesel!"?

Voll getankt habe ich, der hätte aber ruhig dazu sagen können, dass das nur für Fahrer von Dieselfahrzeugen gilt. Un nu? Backe voll!

Das ist wie damals in Köln. Jedes mal wenn ich in die Stadt wollte, kam ich nur vom Hotel bis zum Bahnhof, weil eine herrische Frauenstimme dort immer sagte: "Lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt!" Also ich immer wieder zurück ins Hotel, den Koffer beaufsichtigen. War ein langweiliger Ausflug. Immerhin habe ich so aber gemerkt, dass die mein Zimmer doppelt belegt hatten. Nämlich an Familie Haus-Kieping. Von denen kam dauernd einer rein und ist schnell wieder raus als er mich hat sitzen sehen. Die waren aber hartnäckig, kamen immer wieder. Scheint ne Großfamilie gewesen zu sein, hat sich nämlich ständig jemand anderes mit "Haus-Kieping" vorgestellt.
So, zurück zum Werbefuzzy ...


Sonntag, 7. Juli 2013

... auf die Fluthilfe der Regierung

Nachdem nun die Flut in unserem Land für dieses Jahr vorüber ist und man begonnen hat, die Schäden zu beheben, bleibt auch die Zeit über so manches nachzudenken. Mir etwa fällt dabei ein, wie ich bei einer der ersten Reden zur Flutkatastrophe unserer Bundeskanzlerin unweigerlich lachen musste. Soweit ich mich erinnere, sagte sie den Flutopfern "die Hilfe der Bundesregierung" zu. Ich konnte es nicht verhindern, noch in derselben Sekunde sah ich sie vor meinem geistigen Auge: Frau Bundeskanzler und ihre Kollegen in Gummistiefeln mit Eimern in überschwemmten Kellern stehend und Wasser schöpfend. "Die Hilfe der Bundesregierung" eben.
Aber was war nun daran anders als früher? Warum sprang mir das so unweigerlich ins Ohr? Sagte man früher nicht immer die "Hilfe des Staates" zu? Heißt das etwa, der Staat ist heute die Bundesregierung oder umgedreht, die Regierung ist der Staat? Denkt man da nicht (wenigstens so ein bisschen) an den französischen Sonnenkönig und dessen Ausspruch: L’État c'est moi (Der Staat bin ich)? Und nahm dieses Selbstverständnis der Mächtigen damals nicht ein böses Ende?

Sonntag, 30. Juni 2013

... auf den versteckten Schabernack

Versteckter Schabernack im Fernsehprogramm des Hessischen Rundfunks? Oder war das von den Programm-Redakteuren gar kein heimlicher Schabernack, heute morgen direkt nach der Sendung "Hansi Hinterseer" zu fragen: "Kitsch oder Kunst"? - Obwohl sich die Frage eigentlich erübrigt ;)

Donnerstag, 21. Februar 2013

... auf die schöne Gegend

Da soll man rausgehen und die Natur fotografieren. Was findet man ...? Dann fotografiere ich halt das!

Samstag, 12. Januar 2013

... auf die guten Wünsche

"Ach Gott, jetzt hab' ich ihr auch noch 'frohe Weihnachten' gewünscht", sorgte sich eine Bekannte von mir. "Ich treffe aber auch jedes Fettnäpfchen!" Zugegeben, Weihnachten ist jetzt schon ein bisschen her oder noch lange hin - wie man es sehen möchte. Trotzdem störte mich etwas an der Aussage meiner Bekannten, die ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie einer älteren Dame frohe Weihnachten gewünscht habe. Meine Bekannte traf die Rentnerin nach längerer Zeit wieder und fragte nach deren Befinden, woraufhin diese sich beklagte, sie sei nun allein. Ihr Mann war vor Monaten verstorben und die alte Dame hatte dies noch immer nicht recht verarbeitet. Ganz betreten, den Sterbefall versäumt zu haben, wünschte meine Bekannte dieser Dame zum Abschied eben "frohe Weihnachten". Später fragte sie sich, wie denn für die Witwe das erste Weihnachten ohne ihren jahrzehntelangen Gefährten auf dem gemeinamen Lebensweg noch "schön" sein könne.

So geplagt von Selbstvorwürfen erzählte sie mir die Geschichte. Die Geschichte geht mir nun ständig durch den Kopf und ich frage mich: Warum sollte sie der alten Dame denn keine "frohe Weihnachten" wünschen? Sicher, es wird für die Witwe schwer gewesen sein, nach Jahrzehnten zum ersten Mal ohne ihren Gefährten unterm Weihnachtsbaum gesessen zu haben. Aber sollte man ihr nicht gerade deshalb "frohe Weihnachten" wünschen. Sollte man ihr nicht gerade deshalb wünschen, zumindest an Weihnachten eine "frohe Zeit" zu verbringen, eine Zeit ohne Gram und Schmerz? Und wenn wir das schon wünschen, warum dann eigentlich "nur" an Weihnachten? Sollte man Menschen, die man schätzt nicht das ganze Jahr über eine "frohe Zeit" wünschen, ihnen wünschen, trotz schwerer Schicksalsschläge wieder zum Frohsinn zurückzufinden?