Sonntag, 20. September 2015

An der Mauer - Shooting

Wieder nicht ganz so ernst: Eins der Bilder aus einem Fotoshooting vor drei Monaten. Leider komme ich erst im Urlaub dazu, sie nach und nach zu bearbeiten ...
Eigentlich war das Foto nur ein "Nebenprodukt", das Hauptfoto aus dem Shooting erfordert ein bisschen mehr an Bearbeitung, ein kleine Montage. Aber lustig. Oder gruselig. Oder beides. Mal sehen.


 

Freitag, 11. September 2015

Kreidler am Abend ..

Sonnige Grüße von unserem kleinen Abend-Shooting für den Bildkalender des Kreidlertreffs Gießen. Doch ganz gut für'n Anfang, find ich.

Danke an unsere fünf Modelle, zwei davon hießen Eva und Inga, die anderen hatten nur Kennzeichen. :)


 

Donnerstag, 3. September 2015

Was wir wollen sollen und was das bringt - hausgemachtes Flüchtlingsproblem

 
Auch heute dürfte die Werbung »Mein Haus, mein Auto, mein Dings« noch vielen geläufig sein. Rückblickend betrachtet sehe ich diese Werbung heute sehr bezeichnend für unsere Zeit und unsere Gesellschaft. Uns wird vorgemacht, jeder von uns sollte das können, die Bilder auf den Tisch knallen »Mein Haus, mein Auto ...« Sonst ist man nichts. Das Wort »Mein« war hier sehr wichtig. Ein Beweis für den persönlichen Erfolg. Nur sind die meisten von uns heute weiter davon entfernt als damals. Keine Chance, trotz fleißiger Arbeit. Da sollen wir etwas wollen, um etwas zu sein. Ob wir das wirklich brauchen, um uns zu definieren, um ein schönes Leben zu führen, bleibt außen vor.
Jetzt kommen Flüchtlinge ins Land. Denen scheinbar alles geschenkt wird, wofür wir arbeiten mussten. Zunächst erhalten die Flüchtlinge natürlich nicht »alles«, doch spielt das für manche Leute überhaupt keine Rolle. Sie bekommen etwas und andere nicht. Aus einigen Gesprächen habe ich herausgehört, dass es bei Aussagen, die auf den ersten Blick ausländerfeindlich klangen, eigentlich nur um Missgunst und Neid ging. Es sind oft genau die Menschen, die auch undifferenziert über Hartz-IV-Empfänger herziehen. Im Zeitalter von »Mein Haus, mein Auto ...« sind Neid und Missgunst gesellschaftsfähig geworden. Dass sich diese Einstellung letztlich natürlich ausländerfeindlich auswirkt ist klar, auch wenn Auslöser eigentlich der blanke Neid war. Ohne Rücksicht auf die Herkunft der »Bevorteilten«. Das ist das eine.
Zum anderen gibt es ein schwindendes Identitätsgefühl und auch die Gemeinschaft lebt derzeit nicht gerade auf in unserem Land. Zu Zeiten der großen Pegida-Spaziergänge in Dresden hat Pfarrer Philipp aus Ranstadt das sehr schön dargestellt, wie die Gesellschaft ihrer Identität verliert, indem sie sich selbst ihrer Wurzeln beraubt. Als Wurzeln nannte er vor allem die kirchlichen Feste, die das Jahr prägen. Sie verlieren immer mehr an Inhalt, St. Martin wird aus Termingründen schonmal verschoben, was soll es. Ich möchte dem noch das Vereinswesen hinzufügen. Auch wenn viele Kirche und Vereinswesen für überholt und überflüssig halten, hat es doch unser Land und unsere Gesellschaft geprägt, gibt uns Halt und Identität. Wer keine Wurzeln mehr hat, hat keinen festen Stand, wenn er auf Neues trifft. Neues oder fremde Menschen. Er zeigt Unsicherheit, die schnell zu Angst und Aggression wird. Jemand, der sich selbst keiner Gemeinschaft mehr zugehörig fühlt, weil er das für altmodisch hält und für hinderlich auf dem Weg zu »Mein Haus, mein Auto ...«, der wird auch andere nicht in eine Gemeinschaft aufnehmen können.
Beides zusammen ist keine gute Weichenstellung für eine Gesellschaft. Beides zusammen ist aber auch ein Pulverfass, das rechte Chaoten nur zu leicht nutzen können. Deshalb reicht es nicht, die rechten Chaoten zu bekämpfen, wir müssen das Pulverfass leeren, denn so genügt schon der kleinste Funken. Den wird man nie ganz verhindern können.
Bevor man sich jetzt einbildet, das Geld, das den Flüchtlingen zugutekommt, würde einen selbst daran hindern, endlich das Ziel »mein Haus, mein Auto, meine Dings« zu erreichen, sollte man mal darüber nachdenken, warum die Löhne in Deutschland seit Jahren sinken, die Gewinne der Wirtschaft aber steigen. Wäre es da nicht sinnvoller, dafür zu sorgen, dass Menschen für ihre Arbeit ordentlich bezahlt werden, statt es Konzernen zu erlauben ihre Gewinne in Steuerparadiesen abzurechnen und zuzusehen, wie Investoren und Aktionäre sich indes über wachsende Gewinne freuen? Aber an die kommt man ja nicht so einfach heran und außerdem wird uns auch seit Jahren weisgemacht, das wäre schon in Ordnung so. Die Flüchtlinge dagegen, die kommen da gerade recht als Sündenbock. Unsere Probleme sind hausgemacht, rühren nicht von den Flüchtlingen her.
 
CC-BY-ND Marc Stephan
 

Samstag, 15. August 2015

Wieder Spaß gehabt ...

Am Ende eines Shootings Zeit haben für ein bisschen Blödsinn ... schön, wenn die Modelle mitmachen ;) Danke an Mary und Panakita ...



 

Samstag, 27. Juni 2015

Eine aussterbende Klasse - ich?

Die Dinos waren eine aussterbende Rasse, man spricht von ihnen heute voller Ehrfurcht. Ist es dann schön, zu einer aussterbenden Klasse zu gehören? Das fragte ich mich, als ich gestern wieder einen Bericht las zum Thema »Kindermangel in Deutschland«. Als Grund wurde wieder einmal angeführt, dass Frauen Karriere und Familie nur schwer vereinen können. Ich würde statt »Frauen« das Wort »Eltern« setzen, das bringt uns der Gleichberechtigung der Geschlechter ein bisschen näher. Doch tatsächlich sind heute hauptsächlich Frauen davon betroffen. Zudem wissen wir alle, dass wir weit davon entfernt sind, dass nur Leistung und Qualifikation über eine Einstellung oder Beförderung entscheiden und dass es selbstverständlich gleiches Geld für gleiche Arbeit gibt.
 
Trotzdem erscheint mir dieses Problem nicht als das größte in diesem Zusammenhang. Eher wie das »angenehmste« und »bequemste« für die Politik. Sicher ist es richtig, für die Gleichberechtigung der Geschlechter zu stehen, darin aber den Hauptgrund für den »Kindermangel« (schreckliches Wort, als wären Kinder eine Ware) zu sehen, halte ich für falsch, für zu leicht. Der Weg des geringsten Widerstands, weil bei dem Thema »Gleichberechtigung« alle mitmachen. Bei dem viel schwerwiegenderen Problem macht aber vor allem die Wirtschaft und deren Bosse nicht mit.
 
Nach Gesprächen mit »einfachen Leuten«, die sicherlich nicht in die »Karriere«-Auffassung vieler Politiker passen, sehe ich ein ganz anderes Problem: Junge Menschen, die entweder überhaupt keinen Job finden oder auf sechs Monate oder weniger befristete Arbeitsverträge bekommen oder auf unbestimmte Zeit in die Zeitarbeit rutschen, können doch nicht ernsthaft über Kinder und Familie nachdenken. Ohne Sicherheit, ohne Fundament kann ich nichts bauen, weder eine Familie noch ein Haus. Für beides reicht heute das Gehalt eines Elternteils meist nicht mehr aus, beide müssten einen einigermaßen gesicherten und vernünftig bezahlten Job haben. Dann kann man sich auch um Familie kümmern.
 
Aber von diesen »einfachen Menschen« spricht irgendwie keiner in der Politik. Die gutausgebildeten, studierten Menschen, die Karriere machen, die sollen durch Vereinbarkeit von Beruf und Familie den »Kindermangel« beheben. Es wird so von den »einfachen Menschen« bald keiner mehr übrig sein, mangels Fortpflanzung. Gehöre ich dann wirklich zu einer aussterbenden Klasse und darf ich darauf stolz sein?
 
CC-BY-ND Marc Stephan, Echzell