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Samstag, 13. August 2016

zusammenfassend

Nachdem ich mich nun durch verschiedene Mediatheken geklickt habe und verschiedene Dokumentationen gesehen habe, fasse ich mal zusammen und stelle mir diese Frage:

 

Donnerstag, 3. September 2015

Was wir wollen sollen und was das bringt - hausgemachtes Flüchtlingsproblem

 
Auch heute dürfte die Werbung »Mein Haus, mein Auto, mein Dings« noch vielen geläufig sein. Rückblickend betrachtet sehe ich diese Werbung heute sehr bezeichnend für unsere Zeit und unsere Gesellschaft. Uns wird vorgemacht, jeder von uns sollte das können, die Bilder auf den Tisch knallen »Mein Haus, mein Auto ...« Sonst ist man nichts. Das Wort »Mein« war hier sehr wichtig. Ein Beweis für den persönlichen Erfolg. Nur sind die meisten von uns heute weiter davon entfernt als damals. Keine Chance, trotz fleißiger Arbeit. Da sollen wir etwas wollen, um etwas zu sein. Ob wir das wirklich brauchen, um uns zu definieren, um ein schönes Leben zu führen, bleibt außen vor.
Jetzt kommen Flüchtlinge ins Land. Denen scheinbar alles geschenkt wird, wofür wir arbeiten mussten. Zunächst erhalten die Flüchtlinge natürlich nicht »alles«, doch spielt das für manche Leute überhaupt keine Rolle. Sie bekommen etwas und andere nicht. Aus einigen Gesprächen habe ich herausgehört, dass es bei Aussagen, die auf den ersten Blick ausländerfeindlich klangen, eigentlich nur um Missgunst und Neid ging. Es sind oft genau die Menschen, die auch undifferenziert über Hartz-IV-Empfänger herziehen. Im Zeitalter von »Mein Haus, mein Auto ...« sind Neid und Missgunst gesellschaftsfähig geworden. Dass sich diese Einstellung letztlich natürlich ausländerfeindlich auswirkt ist klar, auch wenn Auslöser eigentlich der blanke Neid war. Ohne Rücksicht auf die Herkunft der »Bevorteilten«. Das ist das eine.
Zum anderen gibt es ein schwindendes Identitätsgefühl und auch die Gemeinschaft lebt derzeit nicht gerade auf in unserem Land. Zu Zeiten der großen Pegida-Spaziergänge in Dresden hat Pfarrer Philipp aus Ranstadt das sehr schön dargestellt, wie die Gesellschaft ihrer Identität verliert, indem sie sich selbst ihrer Wurzeln beraubt. Als Wurzeln nannte er vor allem die kirchlichen Feste, die das Jahr prägen. Sie verlieren immer mehr an Inhalt, St. Martin wird aus Termingründen schonmal verschoben, was soll es. Ich möchte dem noch das Vereinswesen hinzufügen. Auch wenn viele Kirche und Vereinswesen für überholt und überflüssig halten, hat es doch unser Land und unsere Gesellschaft geprägt, gibt uns Halt und Identität. Wer keine Wurzeln mehr hat, hat keinen festen Stand, wenn er auf Neues trifft. Neues oder fremde Menschen. Er zeigt Unsicherheit, die schnell zu Angst und Aggression wird. Jemand, der sich selbst keiner Gemeinschaft mehr zugehörig fühlt, weil er das für altmodisch hält und für hinderlich auf dem Weg zu »Mein Haus, mein Auto ...«, der wird auch andere nicht in eine Gemeinschaft aufnehmen können.
Beides zusammen ist keine gute Weichenstellung für eine Gesellschaft. Beides zusammen ist aber auch ein Pulverfass, das rechte Chaoten nur zu leicht nutzen können. Deshalb reicht es nicht, die rechten Chaoten zu bekämpfen, wir müssen das Pulverfass leeren, denn so genügt schon der kleinste Funken. Den wird man nie ganz verhindern können.
Bevor man sich jetzt einbildet, das Geld, das den Flüchtlingen zugutekommt, würde einen selbst daran hindern, endlich das Ziel »mein Haus, mein Auto, meine Dings« zu erreichen, sollte man mal darüber nachdenken, warum die Löhne in Deutschland seit Jahren sinken, die Gewinne der Wirtschaft aber steigen. Wäre es da nicht sinnvoller, dafür zu sorgen, dass Menschen für ihre Arbeit ordentlich bezahlt werden, statt es Konzernen zu erlauben ihre Gewinne in Steuerparadiesen abzurechnen und zuzusehen, wie Investoren und Aktionäre sich indes über wachsende Gewinne freuen? Aber an die kommt man ja nicht so einfach heran und außerdem wird uns auch seit Jahren weisgemacht, das wäre schon in Ordnung so. Die Flüchtlinge dagegen, die kommen da gerade recht als Sündenbock. Unsere Probleme sind hausgemacht, rühren nicht von den Flüchtlingen her.
 
CC-BY-ND Marc Stephan
 

Samstag, 27. Juni 2015

Eine aussterbende Klasse - ich?

Die Dinos waren eine aussterbende Rasse, man spricht von ihnen heute voller Ehrfurcht. Ist es dann schön, zu einer aussterbenden Klasse zu gehören? Das fragte ich mich, als ich gestern wieder einen Bericht las zum Thema »Kindermangel in Deutschland«. Als Grund wurde wieder einmal angeführt, dass Frauen Karriere und Familie nur schwer vereinen können. Ich würde statt »Frauen« das Wort »Eltern« setzen, das bringt uns der Gleichberechtigung der Geschlechter ein bisschen näher. Doch tatsächlich sind heute hauptsächlich Frauen davon betroffen. Zudem wissen wir alle, dass wir weit davon entfernt sind, dass nur Leistung und Qualifikation über eine Einstellung oder Beförderung entscheiden und dass es selbstverständlich gleiches Geld für gleiche Arbeit gibt.
 
Trotzdem erscheint mir dieses Problem nicht als das größte in diesem Zusammenhang. Eher wie das »angenehmste« und »bequemste« für die Politik. Sicher ist es richtig, für die Gleichberechtigung der Geschlechter zu stehen, darin aber den Hauptgrund für den »Kindermangel« (schreckliches Wort, als wären Kinder eine Ware) zu sehen, halte ich für falsch, für zu leicht. Der Weg des geringsten Widerstands, weil bei dem Thema »Gleichberechtigung« alle mitmachen. Bei dem viel schwerwiegenderen Problem macht aber vor allem die Wirtschaft und deren Bosse nicht mit.
 
Nach Gesprächen mit »einfachen Leuten«, die sicherlich nicht in die »Karriere«-Auffassung vieler Politiker passen, sehe ich ein ganz anderes Problem: Junge Menschen, die entweder überhaupt keinen Job finden oder auf sechs Monate oder weniger befristete Arbeitsverträge bekommen oder auf unbestimmte Zeit in die Zeitarbeit rutschen, können doch nicht ernsthaft über Kinder und Familie nachdenken. Ohne Sicherheit, ohne Fundament kann ich nichts bauen, weder eine Familie noch ein Haus. Für beides reicht heute das Gehalt eines Elternteils meist nicht mehr aus, beide müssten einen einigermaßen gesicherten und vernünftig bezahlten Job haben. Dann kann man sich auch um Familie kümmern.
 
Aber von diesen »einfachen Menschen« spricht irgendwie keiner in der Politik. Die gutausgebildeten, studierten Menschen, die Karriere machen, die sollen durch Vereinbarkeit von Beruf und Familie den »Kindermangel« beheben. Es wird so von den »einfachen Menschen« bald keiner mehr übrig sein, mangels Fortpflanzung. Gehöre ich dann wirklich zu einer aussterbenden Klasse und darf ich darauf stolz sein?
 
CC-BY-ND Marc Stephan, Echzell

Montag, 18. Mai 2015

Der Mindestlohn ist schuld?

Überall lese ich Überschriften wie: Mindestlohn macht den Produzenten der Spreewald-Gurken zu schaffen, den Zeitungsverlagen (wegen der Austräger), dieser und jener kämpft mit der Existenz und schuld ist immer der Mindestlohn. Aber ist er es wirklich? Der Mindestlohn zeigt doch eigentlich nur, wo ein großes Problem liegt. Wenn der Mindestlohn so vielen Unternehmen Probleme macht, liegt das doch eher daran, dass wir als Gesellschaft uns daran gewöhnt ...haben, »billig, billig« einzukaufen und deshalb reicht es nicht mehr für alle. Bei »für alle« fällt mir dagegen wieder ein, nicht jeder kann es sich leisten, für alle Produkte das Doppelte oder nur die Hälfte mehr zu zahlen. Da fragt man sich dann schon, wo ist eigentlich das ganze Geld hin? Wer von »uns allen« hat das denn? Liegt nicht da das Problem und nicht im Mindestlohn?
 
CC-BY-ND Marc Stephan, Echzell
 

 
 

 

Freitag, 27. März 2015

Wir mögen die Falschmeldungen


Gerade erfuhr ich, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender eine gesonderte Rubrik eingerichtet hat, um erfolgte Falschmeldungen zum Flugzeugabsturz der Germanwings 4U9525 wieder geradezurücken. Das will man uns als Fortschritt und als etwas Ehrenhaftes verkaufen. Weil man zugibt: »Ja, wir haben Murks berichtet«, muss man heute schon stolz sein? Sicherlich, andere Medien gehen einfach darüber hinweg und scheinen bezüglich eigener Falschmeldungen an Demenz zu leiden. Doch ist das Zugeben von Murks-Berichten nicht das Problem, die Murks-Berichte selbst sind es.
Muss man tagelang seine Berichterstattung füllen mit: »ich meine, denke, vermute« oder schlimmer mit: »ein anderer meint, denkt, vermutet, ich gebe es nur weiter«? Kann man ich einfach warten, bis geprüfte Fakten zur Verfügung stehen? »Warten« ist in der Medienlandschaft heute ein böses Wort geworden. Und daran sind vor allem wir schuld, wir als Gesellschaft, als Konsumenten von Nachrichten.
Deshalb dürfen wir uns schon fragen, was es uns bringt, tagelang mit Vermutungen bombardiert zu werden, uns tagelang neu mit dem Thema zu beschäftigen, oft gefüttert mit falschen Informationen und vorschnellen Theorien? Genügt es nicht, es einmal zu erfahren, mit geprüften Fakten und es dann in Ruhe verarbeiten zu können? Dafür müssten wir vielleicht ein paar Tage warten. Wäre das schlimm? Nein, denn die Hinterbliebenen sollten nicht auf die Informationen aus den Medien angewiesen sein, sie sollten gesondert und besonders verantwortungsvoll unterrichtet werden. Und wir? Wir einfaches Volk? Macht es auch nur den kleinsten Unterschied, ob wir die Hintergründe heute oder in drei Tagen erfahren? Nein. Völlig egal!
Aber wie sollen Experten vernünftig eine Untersuchung leiten, wenn ständig die Öffentlichkeit an ihren Ärmeln zerrt? Müssen wir wissen, wie der Co-Pilot hieß, wenn es noch gar nicht feststeht, ob er 150 Menschen absichtlich mit in den Tod gerissen hat? Besser noch: Müssen wir den Namen wissen, WENN es feststeht? Nein. Diese Tat zieht eine persönliche Schuld nach sich. Der Schuldige wäre in diesem Fall schon tot, seine Hinterbliebenen dagegen trifft keine Schuld. Sie sind einfach Menschen, die einen Angehörigen verloren und die allein damit bereits zu kämpfen haben. Die Belastung eines persönlichen moralischen Schuldempfindens ganz außer Acht gelassen.
Also wenn wir die Medien dazu drängen, uns so schnell Informationen zu liefern, dass eine Überprüfung der Angaben gar nicht möglich ist, brauchen wir dann noch eine Rubrik, in der die Falschmeldungen aufgelistet werden? Wollen wir das überhaupt wissen? Wir hatten doch unseren »Kick« schon. Wen interessiert, was danach kommt?

CC-BY-ND Marc Stephan, Echzell