Sonntag, 30. Juni 2013

... auf den versteckten Schabernack

Versteckter Schabernack im Fernsehprogramm des Hessischen Rundfunks? Oder war das von den Programm-Redakteuren gar kein heimlicher Schabernack, heute morgen direkt nach der Sendung "Hansi Hinterseer" zu fragen: "Kitsch oder Kunst"? - Obwohl sich die Frage eigentlich erübrigt ;)

Sonntag, 10. März 2013

... auf einen bemerkenswerten Mann

Nicht die Fotos waren 70 Jahre lang seine Leidenschaft, sondern die Menschen.

Vor etwa drei Jahren erhielt ich einen Tipp, einen "alten Hobbyfotografen" aus unserer Gegend zu portraitieren. Zunächst war ich etwas skeptisch, Hobbyfotografen gibt es viele. Doch Menschen, die seit 70 Jahren mit großer Leidenschaft einem Hobby nachgehen, sind selten. Schränke voller Fotos, meist in schwarzweiß, welche die Entwicklung seines Dorfes, seine Kriegserlebnisse und immer wieder seine Frau zeigten, erwarteten mich. Ganz gleich, was die Fotos zeigten, die Art wie der sonst nüchterne und tatkräftige Mann über seine Motive sprach, ließ eine Leidenschaft durchblitzen, die eigentlich nicht der Fotografie galt, sondern den Menschen und ihren Geschichten, die er im Bild festzuhalten versuchte. Anfang März 2013 ist Kurt Nagel nun verstorben.
Kurt Nagel im Jahr 2009 ... lesen.

Donnerstag, 21. Februar 2013

... auf die schöne Gegend

Da soll man rausgehen und die Natur fotografieren. Was findet man ...? Dann fotografiere ich halt das!

Montag, 18. Februar 2013

... auf "die Kirche"

Die katholische Kirche fordert mehr Toleranz in islamischen Gesellschaften - na gerade die!

Heute mal ein etwas ernsteres Thema, dazu kurz voraus: "Die Kirche" gibt es nicht, das weiß ich. Im Radio hatte ich einen Beitrag zu einer Aussage eines Kirchenoberen, dazu am Ende des Beitrages mehr.
 
Dieser Kirchenobere (katholischer Konfession, soweit ich mich erinnere) forderte also mehr Toleranz vom Islam gegenüber anderen Religionen, besonders in islamischen Ländern. Er könne nicht in Iran predigen ohne verhaftet zu werden, vermutete der Geistliche. In Deutschland hingegen dürfe man Moscheen bauen, die größer sind als der Kölner Dom, führte der Geistliche als Beispiel für die Toleranz in unserem Land an.
 
Aber das ausgerechnet ein Vertreter der katholischen Kirche so etwas fordert, stößt mir ein bisschen auf. Denn dass die Muslime in Deutschland Moscheen bauen dürfen, ist kein Verdienst der katholischen Kirche. Ebenso wenig wie so manch andere Fortschritte in Sachen Toleranz und Gleichberechtigung. Ich weiß dass Aussagen, die auf "hätte, wäre" beruhen sehr vage sind, dennoch behaupte ich jetzt: Hätte es die Reformation und die Aufklärung in Europa nicht gegeben, hätten wir mehr mit den angeführten islamischen Gesellschaften gemein als uns heute lieb ist. In Ordnung, die Reformation nehme ich zurück, auch die Protestanten waren Nicht-Christen gegenüber damals nicht gerade aufgeschlossener. Bleibt noch die Aufklärung. Aber die bleibt wirklich. Ohne Aufklärung würde es uns wahrscheinlich nicht mal stören, dass es bei uns ähnliche Sitten wie in manchen islamischen Gesellschaften gibt, weil wir es ja gar nicht anders kennen.
 
Also kurz: Die Forderung nach mehr Toleranz ist mehr als in Ordnung. Nur dass ausgerechnet die katholische Kirche so deutlich danach verlangt und hierzu Beispiele aus unserer Gesellschaft heranzieht, die es so nicht gäbe, wäre es die letzten 500 Jahre nach dem Willen der katholischen Kirche (bis heute ein Hort der Toleranz) gegangen, das stört mich unwahrscheinlich. Und das musste mal raus, sorry.

Da ich den Radiobeitrag erst dann richtig wahrgenommen habe, als es um Islam und Toleranz ging, habe ich leider nicht mitbekommen, wer diese Aussagen gemacht hat. Auch verschiedene Suchmaschinen brachten mich da nicht weiter. Wer also weiß, wer diese Aussagen veröffentlicht hat, darf sich melden. Wenn ich was falsch verstanden habe, dann muss dieser jemand sich bitte melden ;)

Samstag, 12. Januar 2013

... auf die guten Wünsche

"Ach Gott, jetzt hab' ich ihr auch noch 'frohe Weihnachten' gewünscht", sorgte sich eine Bekannte von mir. "Ich treffe aber auch jedes Fettnäpfchen!" Zugegeben, Weihnachten ist jetzt schon ein bisschen her oder noch lange hin - wie man es sehen möchte. Trotzdem störte mich etwas an der Aussage meiner Bekannten, die ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie einer älteren Dame frohe Weihnachten gewünscht habe. Meine Bekannte traf die Rentnerin nach längerer Zeit wieder und fragte nach deren Befinden, woraufhin diese sich beklagte, sie sei nun allein. Ihr Mann war vor Monaten verstorben und die alte Dame hatte dies noch immer nicht recht verarbeitet. Ganz betreten, den Sterbefall versäumt zu haben, wünschte meine Bekannte dieser Dame zum Abschied eben "frohe Weihnachten". Später fragte sie sich, wie denn für die Witwe das erste Weihnachten ohne ihren jahrzehntelangen Gefährten auf dem gemeinamen Lebensweg noch "schön" sein könne.

So geplagt von Selbstvorwürfen erzählte sie mir die Geschichte. Die Geschichte geht mir nun ständig durch den Kopf und ich frage mich: Warum sollte sie der alten Dame denn keine "frohe Weihnachten" wünschen? Sicher, es wird für die Witwe schwer gewesen sein, nach Jahrzehnten zum ersten Mal ohne ihren Gefährten unterm Weihnachtsbaum gesessen zu haben. Aber sollte man ihr nicht gerade deshalb "frohe Weihnachten" wünschen. Sollte man ihr nicht gerade deshalb wünschen, zumindest an Weihnachten eine "frohe Zeit" zu verbringen, eine Zeit ohne Gram und Schmerz? Und wenn wir das schon wünschen, warum dann eigentlich "nur" an Weihnachten? Sollte man Menschen, die man schätzt nicht das ganze Jahr über eine "frohe Zeit" wünschen, ihnen wünschen, trotz schwerer Schicksalsschläge wieder zum Frohsinn zurückzufinden?