Da soll man rausgehen und die Natur fotografieren. Was findet man ...? Dann fotografiere ich halt das!
Donnerstag, 21. Februar 2013
Montag, 18. Februar 2013
... auf "die Kirche"
Die katholische Kirche fordert mehr Toleranz in islamischen Gesellschaften - na gerade die!
Heute mal ein etwas ernsteres Thema, dazu kurz voraus: "Die Kirche" gibt es nicht, das weiß ich. Im Radio hatte ich einen Beitrag zu einer Aussage eines Kirchenoberen, dazu am Ende des Beitrages mehr.
Dieser Kirchenobere (katholischer Konfession, soweit ich mich erinnere) forderte also mehr Toleranz vom Islam gegenüber anderen Religionen, besonders in islamischen Ländern. Er könne nicht in Iran predigen ohne verhaftet zu werden, vermutete der Geistliche. In Deutschland hingegen dürfe man Moscheen bauen, die größer sind als der Kölner Dom, führte der Geistliche als Beispiel für die Toleranz in unserem Land an.
Aber das ausgerechnet ein Vertreter der katholischen Kirche so etwas fordert, stößt mir ein bisschen auf. Denn dass die Muslime in Deutschland Moscheen bauen dürfen, ist kein Verdienst der katholischen Kirche. Ebenso wenig wie so manch andere Fortschritte in Sachen Toleranz und Gleichberechtigung. Ich weiß dass Aussagen, die auf "hätte, wäre" beruhen sehr vage sind, dennoch behaupte ich jetzt: Hätte es die Reformation und die Aufklärung in Europa nicht gegeben, hätten wir mehr mit den angeführten islamischen Gesellschaften gemein als uns heute lieb ist. In Ordnung, die Reformation nehme ich zurück, auch die Protestanten waren Nicht-Christen gegenüber damals nicht gerade aufgeschlossener. Bleibt noch die Aufklärung. Aber die bleibt wirklich. Ohne Aufklärung würde es uns wahrscheinlich nicht mal stören, dass es bei uns ähnliche Sitten wie in manchen islamischen Gesellschaften gibt, weil wir es ja gar nicht anders kennen.
Also kurz: Die Forderung nach mehr Toleranz ist mehr als in Ordnung. Nur dass ausgerechnet die katholische Kirche so deutlich danach verlangt und hierzu Beispiele aus unserer Gesellschaft heranzieht, die es so nicht gäbe, wäre es die letzten 500 Jahre nach dem Willen der katholischen Kirche (bis heute ein Hort der Toleranz) gegangen, das stört mich unwahrscheinlich. Und das musste mal raus, sorry.
Da ich den Radiobeitrag erst dann richtig wahrgenommen habe, als es um Islam und Toleranz ging, habe ich leider nicht mitbekommen, wer diese Aussagen gemacht hat. Auch verschiedene Suchmaschinen brachten mich da nicht weiter. Wer also weiß, wer diese Aussagen veröffentlicht hat, darf sich melden. Wenn ich was falsch verstanden habe, dann muss dieser jemand sich bitte melden ;)
Samstag, 12. Januar 2013
... auf die guten Wünsche
"Ach Gott, jetzt hab' ich ihr auch noch 'frohe Weihnachten' gewünscht", sorgte sich eine Bekannte von mir. "Ich treffe aber auch jedes Fettnäpfchen!" Zugegeben, Weihnachten ist jetzt schon ein bisschen her oder noch lange hin - wie man es sehen möchte. Trotzdem störte mich etwas an der Aussage meiner Bekannten, die ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie einer älteren Dame frohe Weihnachten gewünscht habe. Meine Bekannte traf die Rentnerin nach längerer Zeit wieder und fragte nach deren Befinden, woraufhin diese sich beklagte, sie sei nun allein. Ihr Mann war vor Monaten verstorben und die alte Dame hatte dies noch immer nicht recht verarbeitet. Ganz betreten, den Sterbefall versäumt zu haben, wünschte meine Bekannte dieser Dame zum Abschied eben "frohe Weihnachten". Später fragte sie sich, wie denn für die Witwe das erste Weihnachten ohne ihren jahrzehntelangen Gefährten auf dem gemeinamen Lebensweg noch "schön" sein könne.
So geplagt von Selbstvorwürfen erzählte sie mir die Geschichte. Die Geschichte geht mir nun ständig durch den Kopf und ich frage mich: Warum sollte sie der alten Dame denn keine "frohe Weihnachten" wünschen? Sicher, es wird für die Witwe schwer gewesen sein, nach Jahrzehnten zum ersten Mal ohne ihren Gefährten unterm Weihnachtsbaum gesessen zu haben. Aber sollte man ihr nicht gerade deshalb "frohe Weihnachten" wünschen. Sollte man ihr nicht gerade deshalb wünschen, zumindest an Weihnachten eine "frohe Zeit" zu verbringen, eine Zeit ohne Gram und Schmerz? Und wenn wir das schon wünschen, warum dann eigentlich "nur" an Weihnachten? Sollte man Menschen, die man schätzt nicht das ganze Jahr über eine "frohe Zeit" wünschen, ihnen wünschen, trotz schwerer Schicksalsschläge wieder zum Frohsinn zurückzufinden?
So geplagt von Selbstvorwürfen erzählte sie mir die Geschichte. Die Geschichte geht mir nun ständig durch den Kopf und ich frage mich: Warum sollte sie der alten Dame denn keine "frohe Weihnachten" wünschen? Sicher, es wird für die Witwe schwer gewesen sein, nach Jahrzehnten zum ersten Mal ohne ihren Gefährten unterm Weihnachtsbaum gesessen zu haben. Aber sollte man ihr nicht gerade deshalb "frohe Weihnachten" wünschen. Sollte man ihr nicht gerade deshalb wünschen, zumindest an Weihnachten eine "frohe Zeit" zu verbringen, eine Zeit ohne Gram und Schmerz? Und wenn wir das schon wünschen, warum dann eigentlich "nur" an Weihnachten? Sollte man Menschen, die man schätzt nicht das ganze Jahr über eine "frohe Zeit" wünschen, ihnen wünschen, trotz schwerer Schicksalsschläge wieder zum Frohsinn zurückzufinden?
Samstag, 6. Oktober 2012
... auf die wichtigen Nachrichten (2)
Hobbyfotograf in Hotel festgenommen, noch bevor der das Modell belästigen konnte. Ärzte vermuten eine psychische Störung und lassen Mann sofort einweisen.
Köln (dema). Am vergangenen Wochenende gelang es einem ambitionierten Hobbymodell einem psychisch gestörten Hobbyfotografen zu entwischen. Als die Polizei bei dem Fotografen eintraf, klammerte sich dieser an seine Koffer weil ihm eine Stimme dies befehle. Genau dieses Verhalten hatte das Modell zuvor stutzig gemacht.
Der Hobbyfotograf Jörg Z. wohnt in einem kleinen Dorf bei Würzburg und war speziell für eine Shootingtour nach Köln aufgebrochen. Dort hatte er sich ein Hotelzimmer gebucht und sich mit Cindy M., ein blondes Hobby-Fotomodell, für ein Shooting vor dem Dom verabredet. Schon Wochen zuvor hatten die beiden sich über ein einschlägige Foren gesucht und gefunden und nun diesen Tag auserkoren. Cindy M. gesteht: "Ein Dessous-Shooting vor dem Kölner Dom im Oktober kam mir zwar ein bisschen seltsam vor aber für das Geld hätte ich mir die zweite Brust auch noch machen lassen können!"
Als der vermeintliche Fotograf nicht zur verabredeten Zeit am Treffpunkt Hauptbahnhof auftauchte, sendete Cindy M. ihm eine SMS. Kurz darauf rief der Jörg Z. sie zurück. Es täte ihm leid und er könne nichts dafür. Er sei pünktlich mit dem Zug am Bahnhof angekommen, dort habe ihm eine Stimme aber befohlen: "Lassen Sie ihr Gepäck nicht unabaufsichtigt!" Dieser Stimme, die ihn an seine Grundschullehrerin erinnert habe, habe der Fotograf sofort gehorcht und sitze nun wieder in seinem Hotelzimmer und beaufsichtige sein Gepäck. Wenn Cindy M. nichts dagegen habe, könne man das Shooting ja in sein Hotelzimmer verlegen, bot Jörg Z. frech an.
Das Modell durchschaute die nur zu offensichtliche Masche sofort und verständigte die Polizei. Durch die detaillierte Beschreibung der Telefonaussage des zukünftigen Täters konnte die Polizei noch vor Eintreffen am Hotel eine Einweisung von Jörg Z. erwirken und ihn direkt in eine Klinik verbringen lassen.
Zum genauen Tathergang konnte Cindy M. jedoch erst einige Stunden später vernommen werden, da sie zunächst spurlos verschwunden war. Erst später kam heraus, dass das Modell auf einer benachbarten Polizeiwache saß, weil sie von einer Streife vor dem Dom aufgegriffen worden war. "Das war uns gleich verdächtig", sagte der Streifenführer: "im Oktober nur in Dessous und Strapsen vor dem Dom herumlungern!"
Köln (dema). Am vergangenen Wochenende gelang es einem ambitionierten Hobbymodell einem psychisch gestörten Hobbyfotografen zu entwischen. Als die Polizei bei dem Fotografen eintraf, klammerte sich dieser an seine Koffer weil ihm eine Stimme dies befehle. Genau dieses Verhalten hatte das Modell zuvor stutzig gemacht.
Der Hobbyfotograf Jörg Z. wohnt in einem kleinen Dorf bei Würzburg und war speziell für eine Shootingtour nach Köln aufgebrochen. Dort hatte er sich ein Hotelzimmer gebucht und sich mit Cindy M., ein blondes Hobby-Fotomodell, für ein Shooting vor dem Dom verabredet. Schon Wochen zuvor hatten die beiden sich über ein einschlägige Foren gesucht und gefunden und nun diesen Tag auserkoren. Cindy M. gesteht: "Ein Dessous-Shooting vor dem Kölner Dom im Oktober kam mir zwar ein bisschen seltsam vor aber für das Geld hätte ich mir die zweite Brust auch noch machen lassen können!"
Als der vermeintliche Fotograf nicht zur verabredeten Zeit am Treffpunkt Hauptbahnhof auftauchte, sendete Cindy M. ihm eine SMS. Kurz darauf rief der Jörg Z. sie zurück. Es täte ihm leid und er könne nichts dafür. Er sei pünktlich mit dem Zug am Bahnhof angekommen, dort habe ihm eine Stimme aber befohlen: "Lassen Sie ihr Gepäck nicht unabaufsichtigt!" Dieser Stimme, die ihn an seine Grundschullehrerin erinnert habe, habe der Fotograf sofort gehorcht und sitze nun wieder in seinem Hotelzimmer und beaufsichtige sein Gepäck. Wenn Cindy M. nichts dagegen habe, könne man das Shooting ja in sein Hotelzimmer verlegen, bot Jörg Z. frech an.
Das Modell durchschaute die nur zu offensichtliche Masche sofort und verständigte die Polizei. Durch die detaillierte Beschreibung der Telefonaussage des zukünftigen Täters konnte die Polizei noch vor Eintreffen am Hotel eine Einweisung von Jörg Z. erwirken und ihn direkt in eine Klinik verbringen lassen.
Zum genauen Tathergang konnte Cindy M. jedoch erst einige Stunden später vernommen werden, da sie zunächst spurlos verschwunden war. Erst später kam heraus, dass das Modell auf einer benachbarten Polizeiwache saß, weil sie von einer Streife vor dem Dom aufgegriffen worden war. "Das war uns gleich verdächtig", sagte der Streifenführer: "im Oktober nur in Dessous und Strapsen vor dem Dom herumlungern!"
Freitag, 5. Oktober 2012
... auf die "wilde Hühnerzucht"
Nach nur 15 Jahren gehört Torsten Stephan zu den führenden Züchtern der Rasse "Brügger Kämpfer".
Einen kleinen Kratzer am Oberarm hat Torsten Stephan abgekriegt, als er eines der Prachtstücke seiner Zucht eingefangen hat. In einer Hecke hatte der kraftvolle Hahn Zuflucht gesucht. Die kurze Fangaktion war ihm wohl mehr unangenehm als furchteinflößend. Zum einen ging es sehr schnell, ein langes Nachlaufen und Einfangen gab es nicht. Einige große Schritte, und der dritte Versuch den Hahn zu fassen war erfolgreich. Wenig Stress für Mensch und Tier. Zum anderen hätte sich das Federvieh zu wehren gewusst, wenn es wirklich Angst gehabt hätte. Nicht umsonst trägt die Rasse den Namen »Brügger Kämpfer«. Auch wenn Hahnenkämpfe schon lange verboten sind und die Tiere nicht mehr auf Aggression gezüchtet werden, liegt es ihnen noch immer im Blut.
Gerade mit der Zucht dieser alten flämischen Rasse kennt Torsten Stephan sich aus, ist heute einer der führenden Züchter der »Brügger Kämpfer« in Deutschland. Das war nicht immer so. Erst vor etwa 15 Jahren begann er sich für diese spezielle Rasse zu interessieren, und sie zu züchten. Zuvor hatte er zwar schon ein paar Hühner, diese dienten aber nicht der Rassezucht. »Eigentlich sollten sie unsere Essenreste fressen und ein paar Eier legen«, erklärt Stephan den Beginn seiner Hühnerhaltung, eher pragmatisch. Das ist bis heute so geblieben, die Tiere bekommen die Essensreste und geben dafür Eier. »Da weiß ich genau, dass kein Dioxin in den Eiern ist«, betont Stephan. Geändert hat sich jedoch die Rasse von »Allerwelts«-Legehennen zu »Brügger Kämpfern« und dazugekommen ist die gezielte Zucht der Tiere auf Rassestandards.
Die Mitglieder des Geflügelzuchtvereins Bingenheim, dessen Vorsitzender Torsten Stephan mittlerweile ist, zollen ihm großen Respekt. Alterfahrene Züchter geben zu, dass ihr Vorsitzender ihnen nach wenigen Jahren Zucht Dinge erklärte, von denen sie selbst die letzten 30 Jahre noch nichts gehört hatten. »Er liest sich intensiv in die Sachen ein, bleibt über Jahre am Ball und kann gut organisieren«, hört man aus Kreisen des Vereins und ist ihm dankbar für die Art, wie er auch den Geflügelzuchtverein Bingenheim organisiert.
Die höchsten Auszeichnungen der Rassegeflügelzucht auf Bundesebene hat Torsten Stephan nach Echzell geholt und den Namen der Gemeinde so in ganz Deutschland bekannt gemacht. Neben den nationalen Preisen wie das Siegerband des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter 2010, das Blaue Band der Nationalen Junggeflügelschau in Hannover 2011, sowie Nationaler Champion der Kategorie Kampfhühner im selben Jahr, war er Europachampion 2008 und 2011. Er selbst sagt dazu nur, er habe die Mendelschen Regeln (Vererbungslehre nach Gregor Mendel) beachtet und danach seine Zucht ausgerichtet. Nach Mendel gibt es verschiedene Eigenschaften, die jeweils nur von weiblichen oder männlichen Tieren vererbt werden. Da muss man einfach die passende Mama mit dem richtigen Papa zusammenbringen, um das vorgeschriebene Aussehen nach Rassestandard zu erreichen. So einfach hört sich das bei Torsten Stephan an, andere Züchter arbeiten dagegen seit Jahrzehnten daran ohne vergleichbare Ergebnisse.
Warum aber gerade »Brügger Kämpfer«? Er setzt den Hahn nach dem Fotografieren ins Gras und dieser rennt sofort zu seinen Hennen. Dabei erklärt Stephan: »Die Bewegungen sind kraftvoll, das ganze Tier ist wie eine einzige gespannte Feder.« Ihm gefällt die Kraft, Anmut, Energie und die scheinbare ständige Kampfbereitschaft seiner Hähne. Deshalb kann er allerdings nie mehr als einen Hahn pro Gehege halten. Zwei zusammen würden sich massiv bekämpfen. Selbst die Hennen tragen ihre Rangordnungskämpfe mit »großem Nachdruck aus«, sagt Stephan. Auch das Federkleid der »Brügger« ist nicht so weich wie das anderer Hühner, es ist zäh wie ein leichter Lederharnisch.
Nicht alle Tiere sind von Aussehen oder Verhalten für die Zucht geeignet. Auf diese Hühner angesprochen muss Torsten Stephan grinsen und gibt zu: »›Brügger Kämpfer‹ machen immer eine gute Figur, sogar im Backofen!« Die prächtigsten Hähne bringen immerhin bis zu 6 Kilogramm auf die Waage, das reicht für die ganze Familie. Nur dass die Haut der »Kämpfer« komplett schwarz ist, sorgt am Tisch bei Gästen manchmal für Verwunderung.
Einen kleinen Kratzer am Oberarm hat Torsten Stephan abgekriegt, als er eines der Prachtstücke seiner Zucht eingefangen hat. In einer Hecke hatte der kraftvolle Hahn Zuflucht gesucht. Die kurze Fangaktion war ihm wohl mehr unangenehm als furchteinflößend. Zum einen ging es sehr schnell, ein langes Nachlaufen und Einfangen gab es nicht. Einige große Schritte, und der dritte Versuch den Hahn zu fassen war erfolgreich. Wenig Stress für Mensch und Tier. Zum anderen hätte sich das Federvieh zu wehren gewusst, wenn es wirklich Angst gehabt hätte. Nicht umsonst trägt die Rasse den Namen »Brügger Kämpfer«. Auch wenn Hahnenkämpfe schon lange verboten sind und die Tiere nicht mehr auf Aggression gezüchtet werden, liegt es ihnen noch immer im Blut.
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Torsten Stephan mit Hahn |
Gerade mit der Zucht dieser alten flämischen Rasse kennt Torsten Stephan sich aus, ist heute einer der führenden Züchter der »Brügger Kämpfer« in Deutschland. Das war nicht immer so. Erst vor etwa 15 Jahren begann er sich für diese spezielle Rasse zu interessieren, und sie zu züchten. Zuvor hatte er zwar schon ein paar Hühner, diese dienten aber nicht der Rassezucht. »Eigentlich sollten sie unsere Essenreste fressen und ein paar Eier legen«, erklärt Stephan den Beginn seiner Hühnerhaltung, eher pragmatisch. Das ist bis heute so geblieben, die Tiere bekommen die Essensreste und geben dafür Eier. »Da weiß ich genau, dass kein Dioxin in den Eiern ist«, betont Stephan. Geändert hat sich jedoch die Rasse von »Allerwelts«-Legehennen zu »Brügger Kämpfern« und dazugekommen ist die gezielte Zucht der Tiere auf Rassestandards.
Die Mitglieder des Geflügelzuchtvereins Bingenheim, dessen Vorsitzender Torsten Stephan mittlerweile ist, zollen ihm großen Respekt. Alterfahrene Züchter geben zu, dass ihr Vorsitzender ihnen nach wenigen Jahren Zucht Dinge erklärte, von denen sie selbst die letzten 30 Jahre noch nichts gehört hatten. »Er liest sich intensiv in die Sachen ein, bleibt über Jahre am Ball und kann gut organisieren«, hört man aus Kreisen des Vereins und ist ihm dankbar für die Art, wie er auch den Geflügelzuchtverein Bingenheim organisiert.
Die höchsten Auszeichnungen der Rassegeflügelzucht auf Bundesebene hat Torsten Stephan nach Echzell geholt und den Namen der Gemeinde so in ganz Deutschland bekannt gemacht. Neben den nationalen Preisen wie das Siegerband des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter 2010, das Blaue Band der Nationalen Junggeflügelschau in Hannover 2011, sowie Nationaler Champion der Kategorie Kampfhühner im selben Jahr, war er Europachampion 2008 und 2011. Er selbst sagt dazu nur, er habe die Mendelschen Regeln (Vererbungslehre nach Gregor Mendel) beachtet und danach seine Zucht ausgerichtet. Nach Mendel gibt es verschiedene Eigenschaften, die jeweils nur von weiblichen oder männlichen Tieren vererbt werden. Da muss man einfach die passende Mama mit dem richtigen Papa zusammenbringen, um das vorgeschriebene Aussehen nach Rassestandard zu erreichen. So einfach hört sich das bei Torsten Stephan an, andere Züchter arbeiten dagegen seit Jahrzehnten daran ohne vergleichbare Ergebnisse.
Warum aber gerade »Brügger Kämpfer«? Er setzt den Hahn nach dem Fotografieren ins Gras und dieser rennt sofort zu seinen Hennen. Dabei erklärt Stephan: »Die Bewegungen sind kraftvoll, das ganze Tier ist wie eine einzige gespannte Feder.« Ihm gefällt die Kraft, Anmut, Energie und die scheinbare ständige Kampfbereitschaft seiner Hähne. Deshalb kann er allerdings nie mehr als einen Hahn pro Gehege halten. Zwei zusammen würden sich massiv bekämpfen. Selbst die Hennen tragen ihre Rangordnungskämpfe mit »großem Nachdruck aus«, sagt Stephan. Auch das Federkleid der »Brügger« ist nicht so weich wie das anderer Hühner, es ist zäh wie ein leichter Lederharnisch.
Nicht alle Tiere sind von Aussehen oder Verhalten für die Zucht geeignet. Auf diese Hühner angesprochen muss Torsten Stephan grinsen und gibt zu: »›Brügger Kämpfer‹ machen immer eine gute Figur, sogar im Backofen!« Die prächtigsten Hähne bringen immerhin bis zu 6 Kilogramm auf die Waage, das reicht für die ganze Familie. Nur dass die Haut der »Kämpfer« komplett schwarz ist, sorgt am Tisch bei Gästen manchmal für Verwunderung.
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